Heute ist der erste Warnstreiktag der IGM. In Lippstadt wurde bei der Thyssen Krupp „Rothe Erde“ gestreikt. In ein paar Tagen -am fünften November- gibt es die Kundgebung dazu auf dem Rathausplatz.
Leider begreifen viele Menschen anscheinend nicht, dass es gerade jetzt sehr wichtig ist, gemeinsam und solidarisch für Gerechtigkeit einzustehen.
Und die Menschen bleiben schlecht gelaunt. Dabei ändert schlechte Laune nichts. – Ok sie ist ansteckend. Immerhin ändert sich dann also auch die Laune der anderen. Super damit vervielfacht sich also die schlechte Laune und das ändert aber auch nichts. Es sind immer die anderen, die an etwas Schuld sein müssen. Es sind die anderen, die etwas ändern müssen. Logisch! Die sind ja auch Schuld! Oh Mann.
Das ist wie mit dem Wählen. Manche gehen nicht wählen, weil sowieso alles egal ist. Es ändert sich ja eh nix. Das stimmt. Von allein in der Regel tatsächlich nicht. Wie auch. „Sich“ ändern ist ja auch reflexiv und bezieht sich auf mich selbst. Also muss ich mich oder „etwas“ ändern. Dafür sollte ich aber herausfinden, was denn genau geändert werden soll.
„Alles! Einfach alles!!“
Ja neee, is klar. Also wirklich ALLES? Also 100% von allem? Es gibt wirklich gar nichts, was vielleicht nicht geändert werden muss? Nix? OK, dann hast Du wirklich viel zu tun: Sonnenaufgang ändern, die Luft zum Atmen ändern, meinen Nachbarn. Deinen Nachbarn. Dessen Gartenstuhl, meinen Gartenstuhl. …
Also wirklich ALLES?
Aha! Also doch nicht wirklich alles. – Puuh! Also dann: was willst Du denn ändern? Und hast Du eine Idee, wie man das anstellen könnte?
…
Ende des ersten Lehrgangs. Im Ernst: Es kann richtig Freude machen, herauszufinden, was „man“ wirklich will. Was ich, was Du wirklich ändern willst. Und wie schon es ist, wenn ich herausfinde, dass auch Dinge oder Situationen gibt, die ich -also ich- wirklich ändern kann. Die Überforderung dabei sollten wir nur vermeiden.
Und was ist nun los in der Republik? Die Feststellung, dass die Arbeitgeber:innen wieder einmal sehr geschickt darin sind, uns selbst die Schuld zu geben. Oder „den Umständen“.
FDP-Lindner hat sich nun wieder einmal entblößt und sich deutlich wie nie auf gegen die Leistungsträger:innen der Gesellschaft gewendet: Gegen uns!
Merz pfuscht da auch gleich mit: Am liebsten möchte er anscheinend, dass wir bis zum Tod arbeiten, Studierende von Luft und Liebe leben. Am besten in Holzhütten auf dem Campus, Rentner:innen kosten nur Geld. Welch eine Verschwendung. Und die arbeitende Bevölkerung? Eigentlich nur gut zum Ausgleich der finanziellen Defizite, die durch selbstherrliche, aber leider nur unfähige Manager verursacht sind.
Die Krönung ist VW. Obwohl profitabel, sollen Fabriken geschlossen werden. Und ein Mehr der an einer Spiegel-Umfrage beteiligten Personen ist der Auffassung, dass die Vernichtung der Existenzgrundlagen der Arbeiterinnen und Arbeiter schon OK ist. – In welch einer Welt leben wir?
Nur noch selbstbezogene, eiomanische und gierige Individuen, denen der Rest der Welt völlig egal ist?
Leute! So sind wir doch nicht! Wir sind erfinderisch, gesellig, hilfsbereit, solidarisch, freundlich.
Wir mögen das Ausland -sonst würden dort ja keinen Urlaub machen- Ok, manche mögen trotzdem keine Ausländer:innen. Wie verrückt ist das alles? Beim Türken zum Essen gehen, aber später der Meinung sein, dass sie „unser“ Land verlassen? Gehts noch?
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